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701

Sonntag, 22. November 2020, 11:48

Ja wenn meiner nichts wert ist, sind es 50 Millionen andere auch nicht. Da hat allein in Deutschland der Gebrauchtwagenmarkt mit über 7-8 Millionen Besitzumschreibungen jährlich ein Problem.
Nach 8 Jahren reden wir eh nicht mehr von Riesensummen! Es sei denn... naja!

Ja verstreut hat sich hier und da mal eins verirrt, aber das zählt nicht. Ab 2025 müssen 20 Millionen E-Autos in der EU verkauft werden, da Verbrenner ja quasi nicht zulassungsfähig sind. In England halt. So können die massiv vom Brexit profitieren ^^

Bin echt mal gespannt!
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Haifisch

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702

Sonntag, 22. November 2020, 12:57

Hey mega geil... Gratuliere Haifisch zum neuen Auto. Wollte ich ein E-Auto, hätte ich mir den gleichen gekauft - Der Aufpreis zum performance wär es mir vermutlich auch nicht wert gewesen.
Aber eins würde mich jetzt noch interessieren: Warum die long range Variante?
Ich meine klar, die Antwort ist offensichtlich... Weil man kein Bock hat alle paar Kilometer das Auto ans Kabel zu hängen. Aber eben das verstehe ich bei dir (noch) nicht. Ökologisch betrachtet macht ein kleinerer Akku mehr Sinn, da brauchen wir wohl nicht drüber reden. Und wenn ich mich recht erinnere hast du den Ladevorgang deines Autos schon beinahe romantisiert - Man entschleunigt, kuckt sich Dinge an,... du weißt Bescheid.
Absolut No Front - Ich würde das wirklich nur gern verstehen, warum weniger Ladestopps dir den Aufpreis wert war?
Peugeot 208 GTi


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Haifisch

703

Sonntag, 22. November 2020, 19:33

Ich wußte doch, daß ihr aufpasst :D

Tja...also...wie soll ich sagen?

Etwas worüber wir hier noch nicht geredet haben, bezüglich meiner Vorlieben, ist die Tatsache, daß ich einen großen Vorteil beim E-Auto bei der Möglichkeit sehe, per se einen Allradantrieb zu haben...fast ohne zusätzlichen Aufwand. Eigentlich könnte das Standard sein; nein MÜßTE Standard sein.
Allrad ist einfach das beste. Mein Traum war es bisher immer ein Allradfahrzeug zu fahren, allerdings habe ich keine Möglichkeit für mich gesehen, diesen Traum zu erfüllen. Entweder die Fahrzeuge gefielen mir nicht oder waren zu teuer oder haben zu viel geschluckt. SUV will ich nicht etc pp.
Ich fand schon schade, daß der Ioniq keinen Allrad hatte...aber dann wurde der ID3 beworben und ich dachte mir, das könnte was werden. Die MEB Plattform ist für Allrad konzipiert. Aber die doofen WB haben mir das nicht gegönnt...zumindest noch nicht, denn der Allrad soll ja irgendwann kommen.
Dann habe ich den Polestar entdeckt. Man kann drüber streiten aber das Design gefiel mir super! Er hat Allrad! Top, leider natürlich ein großer Akku und was noch sinnloser ist, viele PS nämlich 408. Leider gibt es Allrad anscheinend nur in solch einer obszönen Kombination: Großer Akku, viel kW.
Wie das so ist, bei Autos spielt auch der Bauch mit und so habe ich den PS bestellt. Außer YT-Videos mit tadellosem Leumund hatte ich nichts von dem Fahrzeug "gespürt" also keine Probefahrt oder so. Erstes Manko war, daß auf YT kein Video über den Verbrauch veröffentlicht werden durfte. Erst nach dem 01. September. Da war dann zu sehen, daß der PS seinen großen Akku wirklich braucht, denn er hat einen schlechten Verbrauch (im Vergleich zu Tesla! Audi, Mercedes, Jaguar etc sind noch deutlich schlechter, weil SUV) und, obwohl damit geworben wurde, hat noch keiner die Ladegeschwindigkeit von 150 kW gesehen. 135max und dann kackt er schnell ab auf unter 100. Zusätzlich dazu kam es schon zu 2 Rückrufaktionen, eine dritte war, daß mit dem Brief was nicht stimmte und im Netz häuften sich die unzufriedenen, die auf ihr Fahrzeug warteten. Ich auch! Das Auto wurde Ende Sept. zugelassen und bis Anfang Nov. hatte ich davon noch nix gesehen, obwohl er Anfang Okt. hätte ausgeliefert werden sollen. Fail!
Es gibt noch viele Softwaremängel und es wurde mit Funktionen geworben, die das Fahrzeug erst frühestens im März bekommen soll (OTA; APP etc).
Da habe ich die Reißleine gezogen.
PS hat zum Glück recht schnell das gezahlte Geld rücküberwiesen und derzeit besprechen wir, daß ich die Versicherungskosten zurückbekomme.
Wie dem auch sei, da ich jetzt schon mal heiß auf was neues war (obwohl mein jetziges Auto noch top ist), habe ich nach unseren Gesprächen gedacht: Was soll's? Kommt halt ein Tesla. Long range weil Allrad.

Langer Rede kurzer Sinn: Es ist das Gegenteil von ökologisch, nach etwas mehr als 2 Jahren ein neues Auto zu kaufen. Ich stecke in der Falle. Einzige Hoffnung ist, daß mein Auto jemand kauft, der dafür seinen 22 Jahre alten Verbrenner verschrottet ;)


P.S.: Zwischenzeitlich hatte ich Mitte Sept. eine Probefahrt mit dem Auto. Top verarbeitet in Richtung Premiumklasse, trotz der Größe außen nicht besonders großzügig im Innenraum und großer Durst nach Elektronen. Laut "PS-Freunde-Forum" geht der Verbrauch jetzt im Spätherbst schon Richtung 25-30 kWh bei Landstraßentempo und Stadtverkehr wo ein Model 3 noch bei 16-18 rummacht. Beide haben keine Wärmepumpe.
Das von mir bestellte M3 hat dann aber eine und wird somit den PS noch mehr abhängen können.
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cachaca

704

Sonntag, 22. November 2020, 23:37

Ja da hast du jetzt die perfekte Lösung gefunden. E-Autos sind eh rein politische Produkte, warum dann nicht ein Maximum an Spaß rausholen. Allrad ist eh das geilste :D
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705

Montag, 23. November 2020, 07:21

Okay verstehe. Als Teilzeitöko sehe ich das gar nicht so eng mit alle 2 Jahre ein neues Auto kaufen. Der "Alte" ist ja nicht aus der Welt und wird noch viele Jahre auf den Straßen unterwegs sein.

Das mit der leichten Umsetzbarkeit eines Allradantriebs ist so ne Sache beim E-Auto. Das ist eigentlich das gleiche Märchen wie bei E-Autos verreckt nix am Antrieb, wobei die meisten eigentlich wissen wie empfindlich Leistungselektronik sein kann.
Ich versteh das natürlich, als Laie denkt man sich... Haja, an jedes Rad hängt man ein Elektromotor... Was bitteschön soll denn noch einfacher sein als das???
In der Realität ist die E-Achse momentan die Königsdisziplin in der E-Mobilität. Das wird vielleicht mal irgendwann anders sein, wenn es mehr Standardprodukte von Zulieferern gibt, aber heute ist ein Auto mit 2 E-Achsen sehr aufwendig und damit sehr teuer. Ich denk heute... Wow, war das früher einfach ein AWD Fahrzeug zu entwickeln. Machst ne fette Stahlwelle an die Hinterachse und baust noch mal ein Differenzial ein... Einfach nur ein bisschen Stahl verbauen.
Bei Hybriden verzichtet man auch auf die E-Achse. Je weniger Antriebsmotoren verbaut sind, desto einfacher wird das ganze - daher kommt normalerweise beim HV-Hybrid der E-Motor an P2, also am oder im Getriebe. Was so eine E-Achse kostet werden wir bald beim Peugeot 508 PSE merken - Das wird ja weitestgehend das gleiche Auto sein wie der normale 508 Plug In mit 225PS, nur mit einer E-Achse hinten. Ich denke der Aufpreis wird irgendwo bei 7.000€ liegen, vielleicht auch etwas mehr. Das ist das, was man für einen 4-Rad Antrieb bei E-Autos hinlegen muss. Was kost die blöde Stahlwelle bei Audi? 2.500€ glaub ich und dann hast sicher noch ein paar teure Quattro Extras drin, die silbernen Spiegelkappen dürfen ja auf keinen Fall fehlen.
Jetzt könnte man sagen, die E-Achse bringt halt auch über 100kW, die Stahlwelle bringt nix an Leistung. Ja, das stimmt, aber wenn ich ein elektrisches Auto mit 2 E-Achsen entwickeln will, hab ich gewisse Kosten die unabhängig von der Leistung sind. Um genau zu sein sind alle Entwicklungskosten unabhängig von der Leistung - Ein Unterschied kommt nur durch die reinen Stückkosten. Joa, so ein 100kW Motor kost schon was. Aber die Kosten für so ein Ding sind immer noch dreistellig.
Stand heute würde ich die Mehrkosten von einem 4-Rad Antrieb auf 5.000€ (für den Endkunden) schätzen, wenn wir uns im gleichen Leistungsniveau bewegen.

Wie gesagt, das kann sich mal ändern, wird es aber nicht so schnell und vor Allem wird ein 2-Rad Antrieb immer günstiger bleiben. Das E-Auto fürs Volk wird immer ein 2-Rad Antrieb haben. Und dadurch hat der OEM die Möglichkeit zwei Leistungsstufen auf den Markt zu bringen. Ein günstigen mit dem die Mutti die Kinder zur Schule bringt (2WD) und die GTI Version mit 4WD. Was muss der OEM für die zwei Leistungsstufen entwickeln (lassen)? - Insgesamt 2 E-Achsen, denn der GTI teilt sich ja eine E-Achse mit der Basisversion.
Was muss der OEM entwickeln wenn er 2 Leistungsstufen möchte und an 4WD in beiden Versionen fest hält? Richtig, 8 E-Achsen - 4 für die Basis- und 4 für die GTI Version. Man kann einiges Wiederverwenden, unter Umständen sogar die Motoren - Wenn man z.B. auf Permanentmagnete verzichtet, oder diese reduziert, oder schwächere einsetzt, bekommt man auch ne kleinere Leistungsstufe. Aber die Entwicklungskosten sind trotzdem da. Machst andere Magnete in die Maschine, brauchst ein neues Thermomodell, musst die funktionale Sicherheit anpassen und validieren, alle Softwaretests machst doppelt - Die nicht GTI Version wird also unnötig teuer und konkurrenzunfähig ggü. einer 2WD Version.

Lange Rede kurzer Sinn - Das wird erst mal nix mit der günstigen 4WD E-Karre. Im Low Budget Bereich sehe ich das nur in Fahrzeugen, bei denen 4WD zum Standard gehört - So ein Suzuki Jimny z.B.
Peugeot 208 GTi


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Haifisch

706

Montag, 23. November 2020, 07:36

Naja wichtig ist, dass er sich von der Hotline erst mal die Leistung freihschalten lassen muss. Hey, wo geht schon sowas :D

Ich merke es auch bei meinem Fahrwerk: Serie vs. KW DDC... da stehen Welten dazwischen. Aber Tesla ist kein Sportwagen, aber schon eines was Spaß machen kann ^^
21.02.2015 bis 02.12.2016: Peugeot 208 GTi 30th Edition, No. 277
Seit 06.12.2016 mein Endorphinspender: BMW M140i Xdrive 5-Türer (01.03.19: 43.200 Km)

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707

Montag, 23. November 2020, 13:30

Tja, Cachaca, wenn man immer nur solche Berichte liest, kann man schon auf die Idee kommen, daß nix einfacher ist als ein 4WD:

https://www.firmenauto.de/allradantrieb-…d-11150026.html


Daß der Spaß mehr Geld kostet, das war mir klar. Aber ob das wirklich so viel mehr ist...? Wenn ich den Preis eines Tesla M3 2WD mit dem 4WD vergleiche, dann kann ich leider nicht sagen, was von dem Mehrpreis in den größeren Akku, die bessere Ausstattung und was tatsächlich für den 2ten Antrieb gebraucht wird.
Aber ich will das von Dir gesagte gar nicht anzweifeln. Du bist da der Fachmann und ich blutiger Laie. Ich muß mir, mangels Ahnung und eigener Erfahrung, mein Viertelwissen über obige Berichte holen. Da ist es sehr interessant mal etwas mehr Tiefe und eine andere Beleuchtung der Technik zu bekommen.
Danke, daß Du das mit uns teilst.

Grüße
Aktuelles Auto seit 07. September 2018: Hyundai Ioniq Elektro Style mit 51.000 km gefahren.
Altes Auto: 208 115PS DIesel (nie wieder ein Verbrenner!)

708

Montag, 23. November 2020, 14:40

In dem Bericht steht ganz viel richtiges, vor Allem unter der Überschrift. Ja, mit einem E-Antrieb braucht man keine aufwändige mechanische Konstruktion mehr. Ich kann auch so ein Artikel schreiben... Durch BMW's xDrive braucht man im Vergleich zur E-Achse keine 3 jährige Softwareentwicklung mehr... Ist auch richtig.
Was das Thema preiswert angeht widersprechen sie sich selbst in dem Artikel - Erst sagen sie das ist günstiger umzusetzen mit E-Antrieben... Etwas später schreiben sie, dass Tesla etwa 7000€ mehr verlangt für ein 4WD Fahrzeug. Wahrscheinlich abzüglich der Extras, denn eigentlich müssten es 10.000€ sein meine ich.
Mir ist noch ein Beispiel mit E-Achse eingefallen - Der Peugeot 3008, den gibt es ja mit 225PS und mit 300PS Plug In Hybrid - Preisunterschied ca. 5.500€ - Das ist die E-Achse hinten.
Das Problem sind halt momentan die enormen Entwicklungskosten in Zusammenhang mit den geringen Stückzahlen. Das wird vielleicht alles mal etwas anders in 5-10 Jahren.

Wenn man nach China kuckt, könnte man auch meinen, dass es nix billigeres gibt, als Elektromotoren in Autos zu bauen. Was hab ich kürzlich gelesen... Ein Auto was Nio heißt, über 500PS hat, 70kWh Akku besitzt und kostet gerade mal 45.000€ - Ich kann mir gut vorstellen wie die Software zusammen mit der Hardwarearchitektur zusammengepfuscht wurde. Was wär denn ein vernünftiger Grund, dieses Auto nicht umgehend in Europa und USA zu positioniere und damit alle OEMs inklusive Tesla weg zu nuken? An der Abgasnorm kanns ja nicht liegen. Crashtest nicht bestanden? Niemals. Kein Händlernetz? Glaub ich nicht, Tesla hat das auch nicht abgehalten - Das Netz muss man halt aufbauen und dass sich das lohnt sieht man ja an Tesla...
Ich denk unsere Zulassungsbehörde hat den Traum vom Nio mit nur einer E-Mail platzen lassen... Und die begann mit den Worten: Weist mir mal nach, wie ihr...
Ich will den Chinesen nix unterstellen, aber man kann heutzutage sehr gut abschätzen wie lange es dauert so ein System zu entwickeln und zu validieren und man kann daraus die Kosten ableiten. Und ja, das hat schon sein Grund warum der vergleichbare Audi E-Tron S ungefähr das Doppelte kostet.
Peugeot 208 GTi


709

Montag, 23. November 2020, 16:14


Mir ist noch ein Beispiel mit E-Achse eingefallen - Der Peugeot 3008, den gibt es ja mit 225PS und mit 300PS Plug In Hybrid - Preisunterschied ca. 5.500€ - Das ist die E-Achse hinten.

Meinst Du nicht, daß da auch noch 1500 für den Akku und ein paar Euro für den Motor sowie bestimmt auch 1000 für das Kontrollelement drin stecken? Vielleicht noch verstärkte Zusatzheizung oder gar WP? Ladeport und Kabelgedöns?
Aktuelles Auto seit 07. September 2018: Hyundai Ioniq Elektro Style mit 51.000 km gefahren.
Altes Auto: 208 115PS DIesel (nie wieder ein Verbrenner!)

710

Montag, 23. November 2020, 20:39

Hmm, ich kenn mich mit den Peugeot Modellen jetzt nicht super gut aus aber bisher bin ich davon ausgegangen, dass sowohl der 225PS als auch der 300PS 3008 Plug In Hybride sind. Beide den 1,6l Prinz Motor haben, beide ein E-Motor an P2 besitzen, beide den gleichen Akku haben (glaub etwas um die 13kWh) - Ladeport, Zusatzheizung... keine Ahnung, sollte doch bei beiden Modellen identisch sein. Wärmepumpe bei Hybrid Autos, gibts das?

Also wenn man sich so durch den Konfigurator klickt kost halt der 300PS Hybrid-Motor über 5.000€ mehr als der 225PS Hybrid-Motor. Haben auch beide die gleiche 8-Gang Automatik - Beide brauchen 1,5l/100km... Also ich denk diese 5.500€ zahlt man alleine für die E-Achse hinten und das ist auch ein realistischer Preis meiner Meinung nach.
Peugeot 208 GTi


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Haifisch

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711

Dienstag, 24. November 2020, 06:55

Um wieder die Kurve zum Topic zu bekommen, hab ich hier mal ein nettes Video...
https://www.youtube.com/watch?v=X_4aTFTctnE

Es geht ausnahmsweise nicht um Lithium in Südamerika und nicht um Kobalt aus dem Kongo - Die Missstände hat man auch schon zu genüge gesehen. Nee, es geht um seltene Metalle aus China und Kupfer aus Chile. Es geht um die Zerstörung der Umwelt aber auch wo der Strom für den Tagebau herkommt. Es geht darum, dass die CO2 Bilanz von E-Autos bisher schön gerechnet wurde und dass aktiv verhindert wird, die waren Zahlen zu veröffentlichen. Es geht auch ein bisschen darum, wie China ein Teil unserer Wirtschaft in Europa zerstört hat...

Die Reportage ist etwas lang, ich kann sie trotzdem empfehlen. Und das Thema darüber will ich nicht abwürgen... Engineering Fragen können wir natürlich weiterhin besprechen.
Peugeot 208 GTi


712

Dienstag, 24. November 2020, 23:08

Schöner Bericht, der auch heute im Fernsehen gekommen ist, mit gruseliger Attitüde und unheilschwangerer Stimme.
Warum kann man nicht mal einen unaufgeregten Bericht mit positiven und negativen Seiten aufzeigen? Warum immer entweder nur das eine oder nur das andere?
Schlimm war an dem Bericht, daß mit einem Kenntnisstand von 2005 gearbeitet wurde. Es wurden seltene Erden und seltene Metalle in einen Topf geworfen. Es wurde nicht erwähnt, daß sich bisher Recycling (leider) noch nicht gelohnt hat (bei Akkus, die es schon seit Jahren gibt) aber jetzt, wo es endlich Akkus in größerer Stückzahl in den nächsten Jahren geben wird, wird es sich endlich lohnen auch die Handys etc zu recyclen. Es wurde der immer gleiche Quatsch zur Li-Gewinnung erzählt und die Entsorgung von Windkrafträdern wird mit dem Müll aus einem Atomkraftwerk fast gleichgesetzt. Der größte Teil des Lithiumabbaus geht auch nach wie vor nicht in den Autoakku.
Mit keinem Wort wird erwähnt, daß verbranntes Öl WEG ist...es wurde zu Rauch, CO2 und Wasser. Auf Nimmerwiedersehen verschwunden für die nächsten Millionen Jahre. Die jetzt abgebauten Rohstoffe können zu weit über 90% wiederverwertet und rückgewonnen werden. Da ist fast nix weg.
Bei Asynchronmotoren sind auch keine seltenen Erden verbaut und in Akkus schon lange nicht. Da ist nix davon drin.
Es wird mit keinem Wort erwähnt, daß die seltenen Erden zu einem riesigen Teil, ich glaube >99,5% überhaupt nicht in Autos gehen, sondern in E-Motoren jedweder Art. UND VOR ALLEM wird ein riesiger Anteil der seltenen Erden u.a. als Katalysator bei der Spritgewinnung eingesetzt. DAVON hört man nie etwas. Von dem was bei der Gewinnung von Sprit an seltenen Erden benötigt wird, kann man aber massig E-Autos bauen.
Hier mal ein Auszug aus der FH-Münster:
https://www.fh-muenster.de/ciw/downloads…wendungen-1.pdf

und Wiki
https://de.wikipedia.org/wiki/Metalle_der_Seltenen_Erden

Komisch auch, daß der Bericht im Fernsehen von 2018 ist und im Netz von 2020. Da wurde noch nachträglich was reingeholt über den Polestar, der erst 2019 enthüllt wurde, wenn mich nicht alles täuscht.

Sorry, kann nicht zu jedem dort aufgegriffenen Thema was schreiben.
Was bleibt ist, daß einige wenige Dinge ansatzweise wahr sind, der Rest ist megaleicht zu widerlegen.
Ich bin enttäuscht von solch einseitiger Recherche...

Aktuell ist eines meiner Projekte, ein neues Flotationsmittel zu finden. Das alte soll ersetzt werden, um den Bergbau an einer weiteren Stelle wenigstens etwas umweltfreundlicher zu gestalten und etwas weniger Gift in die Natur zu pumpen. Die Minenkonzerne wollen jetzt auch "nachhaltiger" werden...das wird ein langer Weg aber jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Der Hoffnungsschimmer dabei: Die Bergbaukonzerne kamen zu uns und möchten eine Lösung. Das heißt, dort beginnt ein Umdenken...und sei es nur aus Werbegründen; es soll verbessert werden. Das zählt.
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713

Mittwoch, 25. November 2020, 09:45

Ein richtig schöner objektiver Bericht wo mal wirklich hart über pro und Contra diskutiert wird würde mir auch gefallen. Vor Allem würde mich mal interessieren ob und wenn ja in welchem Maße die E-Mobilität den Klimawandel verlangsamt.
Aber leider gibt es nur Berichte wo jemand zu 100% auf Seiten der E-Mobilität ist und irgendwelche Zahlen schön rechnet wo am Ende raus kommt, dass ein Tesla nach was weiß ich, 80.000km klimafreundlicher als ein Verbrenner wird.
Dann gibt es andere die zu 100% dagegen sind, die die Zahlen etwas ins richtige Licht rücken, sagen... Halt mal, hier und da habt ihr was vergessen, was auch zur Produktion von E-Autos hinzukommt. Dann kommt so etwas raus wie in diesem Bericht... Dass E-Autos gar nix bringen und wir in 20 Jahren da sitzen und immer noch das gleiche CO2 Problem haben.
Tjo und wo liegt die Wahrheit? Ich kann es nicht sagen.

Asynchronmotoren haben keine seltenen Erden, das stimmt - Aber nicht jedes E-Auto hat ein Asynchronmotor.. Dein neuer Tesla wird auch zu 50% von einer permanent erregten Synchronmaschine angetrieben. Hättest dir ein e-Tron kaufen müssen.

Und vom Recycling sind wir noch Lichtjahre entfernt - Ich persönlich glaub nicht, dass jemals ein Akku oder ein Antrieb kommerziell recycelt wird. Oder besser gesagt, ich glaub es dann, wenn ich es sehe.

Was bleibt ist halt ein übler Beigeschmack. Man will mit dem E-Auto weniger CO2 in die Umwelt pusten und man steht kurz vor der Fertigstellung eines neuen Kohlekraftwerks in Chile für den Kupferabbau. Das passt nicht, das ist inkonsequent. Und das Szenario, dass wir in 20 Jahren wirklich dastehen und sagen, hups die CO2 Emission ist nicht zurück gegangen wird immer wahrscheinlicher in meinen Augen. Vielleicht hat das E-Auto eine echte Chance etwas zu verbessern - Aber wenn es so ist, wird diese Chance nicht ergriffen, das ist offensichtlich.
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Haifisch

714

Gestern, 08:56


Und vom Recycling sind wir noch Lichtjahre entfernt - Ich persönlich glaub nicht, dass jemals ein Akku oder ein Antrieb kommerziell recycelt wird. Oder besser gesagt, ich glaub es dann, wenn ich es sehe.



Nur mal ein Beispiel dazu:
https://www.manager-magazin.de/unternehm…6d-f79b3cc80a06


Übrigens wollen die Afrikaner (ganz pauschal gesprochen) Solarzellen auf ihre Häuser und Lehmhütten bauen und machen das auch schon (wollen autark sein, wollen überhaupt mal Strom haben, wollen nicht ständig Stromausfälle) aber es wird Ihnen schwer gemacht. Es sollen Kohlekraftwerke gebaut werden und vor allem China aber auch Deutschland/Europa wollen dort den schnellen Euro verdienen. Warum können dort die Leute nicht den Kram überspringen, den wir hier falsch gemacht haben?
Ja, ich weiß, Du bist ein Fan der zentalen Stromversorgung und hast auch Deine Argumente dafür.

Seit März liegt nun ein Gesetz bei der Bundesregierung. Es geht um den Zwang bei Neubauten zumindest Leerrohre für Kabel für Wallboxen an jedem Stellplatz vorzusehen und auch um die Geschichte, daß man als Mieter das Recht bekommt, einen Stromanschluss in der Tiefgarage zu bekommen oder noch andere Dinge für Laternenparker.
Aus der Union gibt es Widerstand. Anfang Nov sollte das Gesetz erneut gelesen werden aber schon wieder hatten einige Unionspolitiker was dagegen und jetzt gibt es noch nicht mal einen Termin für eine neue Lesung. Das Verkehrsministerium und das Wirtschaftsminiserium mit meinen beiden Lieblingsministern wurde von der SPD angeschrieben, man möchte über den Ausbau der Ladeinfrastruktur alle drei Monate unterrichtet werden....keine Antwort.
Aktuelles Auto seit 07. September 2018: Hyundai Ioniq Elektro Style mit 51.000 km gefahren.
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715

Gestern, 10:03

Sag ich doch, Lichtjahre entfernt... Bis 2024 wird in dem Werk noch der Zoe gebaut. Anfang 2025 wird man das Werk zum Recyclingcenter umbauen - Wie lange dauert das? 2 Jahre? Und heute soll ich daran glauben, dass das alles so statt findet und ab 2027 Batterien recycelt werden... Aha...

Das mit dem Stromnetz in Afrika kann ich dir erklären, oder zumindest hab ich eine Theorie: In Deutschland war unser Stromnetz äußerst volatil. Ich erinnere mich noch gut, dass in meiner Jugend hin und wieder Kerzen angezündet wurden weil der Strom ausgefallen war. Eigentlich ist bei jedem Sturm der Strom ausgefallen, man hat regelrecht darauf gewartet.
Das Netz ist heute stabil, weil es keine "Inseln" mehr gibt, die teilweise von einer Leitung / einem Kraftwerk versorgt werden. Wir haben ein unvorstellbar großes Stromnetz (UCTE) wo das N-1 Kriterium überall erfüllt sein muss. Stromausfälle gibts dadurch nicht mehr. Wenn wir jetzt deinen Wunsch umsetzen und jeder hat sein eigenes Kraftwerk müssen wir die großen Kraftwerke und das Netz abschalten - Ja auch das Netz, denn die Instandsetzungskosten trägt ja keiner mehr, wenn die Netzbetreiber nix mehr verdienen. Damit katapultieren wir uns nicht nur zurück in die 80er Jahre sondern weit darüber hinaus. Stromausfälle hast dann vielleicht einmal pro Woche und dann denk mal an die Industrie - Wer will in Deutschland dann noch produzieren?

Die Sicht eines Afrikaners kann ich verstehen. Da sitzt man in seiner Wellblechhütte, hat ein beschissenes Stromnetz und wünscht sich halbwegs zuverlässige Solarmodule auf dem Dach, was eine unglaubliche Verbesserung wäre. Das verbessert jedoch "nur" die Situation des einzelnen Bürgers.
Wäre ich in der Regierung würde ich das nicht zulassen. Ich wollte ein riesiges Stromnetz über ganz Afrika, vergleichbar mit dem UCTE Netz. Warum? wegen der Stabilität! Je mehr Verbraucher zusammen hängen, desto mehr Kraftwerke und Leitungen hab ich und desto stabiler läuft das Netz. Ein stabiles Netz ist Grundvoraussetzung für Wirtschaftswachstum - Dann wird Afrika für die westliche Welt interessant als Produktionskontinent. China wird langsam zu teuer und Afrika muss in diese Lücke rein wachsen. Aber das geht nicht mit einem lümbeles Stromnetz wo jeder 2 Solarmodule aufem Dach hat.
Und ich kanns den Afrikanern nicht mal verdenken - Wir zerstören den Planeten seit 200 Jahren um das Wirtschaftswachstum der westlichen Welt voran zu treiben. Afrika will jetzt auch mal ein Stück vom Kuchen - sollen sie Kohlekraftwerke bauen - Auch wenns uns nicht gefällt...

Edit: Wenn ich so drüber nachdenke, brauchen wir das stabile Stromnetz in Afrika genauso wie die Afrikaner selbst, zumindest wenn das die zukünftig Produktion unserer Billigartikel sichern soll. Wer weiß, wer diese Kohlekraftwerke forciert? Ich will jetzt keine Verschwörungstheorien in die Welt setzen - Aber ein Interesse der westlichen Welt liegt ziemlich nahe wie ich finde.
Peugeot 208 GTi

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »cachaca« (Gestern, 10:16)